 ...eine römische Wasserleitung von Nettersheim (Eifel) nach Köln, die als sicheres
Fundament diente, als Freiherr von Carnap 1852 auf der Villehöhe oberhalb von Brenig den Bau des Römerhof startete. Philip von Kempis, der Wohnhaus und Scheune 1856 kaufte, erweiterte die Gebäude in einen Vierkanthof, dessen Fertigstellung er 1870 einen eigenen Grundstein widmete.
Der schwere, lehmreiche Boden erlaubte zunächst nur Vieh- und Weidewirtschaft. Erst die schrittweise Drainage ermöglichte auch geregelten Ackerbau. Wenngleich weit weniger fruchtbar als der nahegelegene Vorgebirgshang, wurden auf den Flächen Gemüse- und Obst, ab 1890 vermehrt auch Getreide angebaut. Während beider Weltkriege erlaubten Pferde-, Vieh-
und Landwirtschaft die weitgehende Eigenversorgung der rd. 30 Hofbewohner sowie der im nahegelegenen Haus Rankenberg wohnenden Eignerfamilie. Ab 1950 begünstigte die Flurbereinigung, in deren Verlauf verstreut liegende kleinere Parzellen zu größeren Flächen zusammengefaßt wurden sowie immer schlagkräftigere Maschinen den Getreide-, Mais und Zuckerrübenanbau. Ergänzt wurde der Ackerbau durch eine erfolgreiche, vielfach prämierte Milchwirtschaft und Bullenzucht. 1958 kam eine Kornbrennerei hinzu, in welcher vor allem Gerste zu reinem Alkohol verarbeitet wurde. Ein
verhängnisvoller Scheunenbrand 1970 beendete sowohl die Viehwirtschaft als auch die Kornbrennerei. In den Folgejahren konzentrierte man sich
auf den wechselweisen Anbau von Zuckerrüben, Weizen und Gerste, wobei das Getreide teilweise zu Saatgut veredelt wurde. Wo vormals 10 Arbeiter samt dazugehörigen Familien Ihr Auskommen gefunden hatten, verteilte sich die Arbeit nunmehr lediglich auf 2 Beschäftigte. Rationalisierung war in der Landwirtschaft schon immer ein Thema.
1995 bot sich im Rahmen eines Naherholungs-Konzeptes der Stadt Bornheim die Möglichkeit, Ackerflächen und Hofgebäude schrittweise in eine Golfanlage umzuwandeln.
Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung bildete die Einweihung des 18-Löcher-Platzes im Mai 2000. Seither findet der Golfsport immer neue Anhänger aus der nächsten Umgebung, zumal die vorhandene Golfschule den Einstieg ebenso erleichtert wie der separate, clubfrei bespielbare 9-Löcher-Platz.
Auch das “Bistro im Römerhof” , geführt durch Oliver und Manuela Könen
, hat inzwischen viele Gourmetfreunde aus naher und auch ferner Umgebung gefunden, welche die exzellente Küche, den familiären Service und das großzügige Ambiente genießen.
So bietet der Römerhof heute nicht nur seinen vielen Gästen Erholung und Freude, auch zahlreiche Beschäftigte finden ihr Auskommen, ganz wie in guten, alten Landwirtschafts-Zeiten. In dieser Tradition sieht auch die derzeitige, 5. Inhaber-Generation Jessica und
Thomas von Kempis ihre Aufgabe, den Römerhof weiterzuentwickeln getreu dem auf der Einweihungsfeier im Mai 2000 durch Kreisdechant Anno Burghof geprägten Motto: “Mögen alle Römerhof-Besucher fröhlicher wieder von hier weggehen, als sie gekommen sind!” |